Cannes 2013

Frankreichreise des 5. Jahrganges: Cannes 2013 - mehr als nur eine Sprachreise … Ein olfaktorisches Gesamterlebnis

Am Freitag, den 13. 09. 2013 machten sich die Schülerinnen des 5. Jahrgangs in Begleitung von Mag. Maria Harm und Prof. DI Ilse Strasser auf den im wahrsten Sinne des Wortes LANGEN Weg an die Côte d’Azur.

 

Nach einer knapp 17 Stunden dauernden Busfahrt kamen wir am Samstag gegen 11 Uhr in Cannes an, wo die Schülerinnen von ihren Gastfamilien abgeholt wurden. Es mussten sogleich erste Kommunikationssituationen auf Französisch gemeistert werden, was für manche zunächst etwas „gewöhnungsbedürftig” erschien, im Laufe der Woche aber von Tag zu Tag einfacher wurde.

 

Den ersten Nachmittag verbrachten wir gemeinsam im Altstadtviertel von Cannes, Le Suquet, das uns mit wunderschönen Gassen und Aussichtsplätzen, sowie einer Vielzahl an mediterranen Pflanzen wie Feigen- und Olivenbäumen, Agaven, Mimosen, Orangen- und Zitronenbäumen, Lorbeer und Oleander in seinen Bann zog.
Am Sonntag Vormittag hatten wir das „Glück” einen von rund zehn jährlichen Regentagen in Cannes zu erleben. Wir nutzten diese Gelegenheit für einen Rundgang am überdachten „Marché Forville”, einem typisch provenzalischen Markt, wo eine Vielzahl an Gemüse- und Obstsorten, Pilzen, Kräutern, Käse, Fleisch- und Wurstwaren, fangfrischer Fisch, Oliven und Olivenverarbeitungsprodukte, Schnittblumen, etc. von Direktvermarktern und Händlern angeboten werden.
Wie bestellt lichteten sich die Wolken gegen Mittag und wir konnten uns getrost mit der Fähre aufmachen zu unserem geplanten Nachmittagsausflug auf die Île Ste. Marguerite. Die heute unbewohnte Insel beherbergte früher ein Staatsgefängnis, wo unter anderem der geheimnisumwitterte „Mann mit der Eisernen Maske” viele Jahre seines tragischen Lebens verbringen musste. Neben den Zellen des ehemaligen Gefängnisses konnten wir auch das „Musée de la Mer” besichtigen, das zahlreiche Exponate eines frühmittelalterlichen Schiffwracks, das erst in den 1970er Jahren geborgen wurde, beherbergt, darunter Weinamphoren, Amphoren mit eingelegten Fischen, etc. Die Insel beeindruckte weiters mit vielen kleinen, schroffen Buchten, die uns zum Verweilen einluden.
Èze, ein sogenanntes „village perché” (ein mittelalterliches Bergdorf), war das Ausflugsziel, das wir am Montag Vormittag ansteuerten. Wir besichtigten den exotischen Garten, der in einer wunderschönen Anlage viele Kakteenarten und zudem eine einzigartige Aussicht über Nizza, Antibes und Cannes bietet. Leider wurde die Zeit für viele botanisch interessierte Schülerinnen fast zu kurz, denn unsere Reise führte uns sehr bald weiter nach Nizza. In der „Metropole” der Côte d’Azur steuerten wir zunächst schnurstracks den berühmten „Eiskünstler” Fenocchio an, wo wir in den Genuss nicht ganz alltäglicher Eissorten wie Veilchen, Jasmin, Tomate, Olive, Rosmarin,….kamen. Leider war es uns nicht möglich, die barocke Kathedrale Ste. Réparate von Innen zu besichtigen. Nach einer kurzen Möglichkeit, die „Promenade des Anglais” mit dem angrenzenden Kieselstrand von Nizza zu erkunden, machten wir uns auf den Weg in Richtung „Colline du Château” (Schlossberg). Es war nicht die „Belle Vue” auf Nizza sondern vielmehr die „Irrgarten ähnlich angelegten Spazierwege” die bei den Mädchen dann doch einen leichten Anflug von Müdigkeit erkennen ließen.
Nichtsdestotrotz war unser Tag noch nicht zu Ende. Auf uns wartete noch ein, für die einen mehr, für die anderen weniger, spannender Besuch des „Musée Marc Chagall”, mit zahlreichen wunderschönen, bunten Illustrationen zur Bibel.
An den nächsten vier Tagen, also von Dienstag bis Freitag kamen die Mädchen am Vormittag in den Genuss, die Sprachschule zu besuchen. Das Programm war sehr abwechslungsreich und vielfältig, die sprachliche Herausforderung nicht zu unterschätzen.
Die verbleibenden vier Nachmittage wurden wiederum mit Ausflügen verschönert.
Am Dienstag ergab sich für uns nach einem kleinen Missverständnis bezüglich der Exkursionsorganisation die Möglichkeit, gemeinsam ins Kino zu gehen. Wir schauten uns den Film „Tirez la langue, Mademoiselle” an. Wenngleich auch nicht alles sehr einfach zu verstehen war, so war es allenfalls eine weitere Gelegenheit, sich mit der französischen Sprache auseinanderzusetzen.
Am Mittwoch führte uns unsere Nachmittagsexkursion zunächst nach Grasse, dem ehemaligen Zentrum der französischen Parfumindustrie. Pierre, der Leiter der Sprachschule begleitete uns an diesem Tag und erzählte uns die eine oder andere Anekdote über den Maler Pablo Picasso, über den weltberühmten Koch Auguste Escoffier und dessen Kreation „Pêche Melba” - Pfirsich Melba. Weiters ließ er aufhorchen mit einer eigentlich sehr „unromantischen” und ehrlichen Beschreibung des Mythos „Parfum”. Er erzählte uns von der traurigen Geschichte der Parfumpflanzen rund um Grasse, davon, dass der Großteil aller Parfums nur noch aus synthetisch hergestellten Duftstoffen erzeugt werde, weil dies einfach billiger sei, und dass der Duft echter Blumen kaum noch mehr wäre, als eine Story für verträumte Touristen. Die anschließende Führung durch die Firma Fragonard, wo man natürlich bemüht war, das romantische Bild zu wahren, ließ uns mit viel kritischeren Augen betrachten, was man uns zu verkaufen versuchte.
Im Anschluss an Grasse fuhren wir durch die Schluchten des Loup-Tales in Richtung Gourdon, wo wir einen kurzen Halt machten, und den Charme der vielen kleinen Boutiquen auf uns wirken ließen. Unsere Exkursion führte uns schließlich noch in das Künstlerdörfchen St. Paul de Vence, wo viele von uns das Gefühl bekamen, dass die Zeit einfach zu schnell verlaufe…..
Für Donnerstag Abend hatten wir ein gemeinsames Picknick am Strand von Cannes geplant. Doch zunächst stand ein weiterer Ausflug auf dem Programm, nämlich eine Fahrt entlang der wunderschönen, von „roten Felsen” gesäumten Corniche d’Or bis nach St. Raphael und schließlich eine Führung in (sehr gebrochenem) Englisch durch das Weingut Château Ste. Roseline.
Das Picknick konnte zum Glück trotz einiger zeittechnischer Schwierigkeiten dennoch stattfinden. Wir hatten eine Vielzahl an typischen Lebensmitteln und Gerichten zusammengetragen und bei bereits eingesetzter Dämmerung setzten wir uns mit Decken und Teelichtern an den Strand, um ein gemeinsames, typisch französisches Abendessen zu genießen.
Am Freitag traten wir gegen 15 Uhr unsere Heimreise an. Der Weg führte uns zunächst noch nach Monaco, wo ein Teil der Gruppe das berühmte ozeanographische Museum besichtigte, ein anderer Teil den Fürstenpalast.
Bereichert, aber auch erschöpft von den unzähligen Eindrücken, nicht zuletzt auch von den Erfahrungen, die jede einzelne für sich bei den Gastfamilien machen durfte, und deren individuelle Schilderungen den Rahmen dieses Berichts bei weitem sprengen würden, begaben wir uns schließlich auf den Weg in Richtung Österreich, in Richtung Heimat.

Bericht: Mag. Maria Harm

Umweltzeichen
TGPTS-Logo