Im ersten Teil des Workshops ging es im Bereich Landwirtschaft darum, die Perspektive von Tieren einzunehmen.
Im zweiten Teil sollten die Schülerinnen im Fach Ökosoziales Produktmanagement Herausforderungen einer bestimmen Zielgruppe kennenlernen, um bei der Entwicklung von Produkten darauf eingehen zu können.
Landwirtschaft
Oft gibt es Probleme beim Handling von Kühen - sei es beim Treiben der Tiere in den Klauenstand oder beim Verladen in den Transporter. Ungeduld und Stress vonseiten der Menschen verschlimmern die Situation. Aber warum wollen Tiere nicht so, wie wir Menschen es wollen? Sind sie wirklich stur und bockig? Herr Gastecker von der LK NÖ gab den Schülerinnen einen Einblick in die Sinneswelt von Rind, Pferd und Schwein und sorgte für viele Aha-Momente. Die Tiere erleben die Welt anders als Menschen, so z.B. Hell-/Dunkel-Kontraste. Wasserlacken sind tiefe, unüberwindbare Löcher, das helle Sonnenlicht beim Austrieb ist noch gleißender als für uns Menschen, der dunkle Eingang in den Transporter noch dunkler und wenig einladend. Der Rundumblick einer Kuh ist ebenso erstaunlich wie auch die schlechte Sehschärfe, die es nicht erlaubt, bekannte Gesichter so einfach zu erkennen.
Mithilfe dieses Vortrages und der Kuhbrille erhielten die Schülerinnen einen Einblick in das Sehvermögen bzw. in die Sinneswelt von Rindern und welche einfachen Maßnahmen beim Handling von Tieren gesetzt werden können, um für einen ruhigen, gelassenen und vor allem sicheren Umgang mit den Tieren zu sorgen.
Produktmanagement
Um zielgruppengerechte Produkte zu entwickeln, muss man die Herausforderungen und Probleme dieser Gruppe verstehen.
Die Schülerinnen des 3.Jahrgangs bekamen im Workshop daher verschiedene Aufgaben, die sie mit simulierten Einschränkungen älterer Menschen umsetzten.
Es wurde...
…mit Kopfhörern das Hören erschwert. Die Schülerinnen mussten ihnen angesagte Begriffe einer Einkaufsliste verstehen.
…mit Handschuhen, Gewichtsmanschetten und Schonern versucht, unterschiedliche Verpackungen zu öffnen. Die Schülerinnen erkannten, wie schwer es sein kann, wenn die Finger nicht mehr richtig mitmachen.
…mit verschiedenen Brillen eine altersspezifische Seheinschränkung imitiert, Die Schülerinnen konnten testen, wie schwierig es ist, Informationen, wie das Mindesthaltbarkeitsdatum oder die Allergene, zu lesen.
Diese Erfahrungen wurden herangezogen, um Produkte zielgruppengerecht anzupassen.